Rollenspiel
Die Hitze dauerte an. Einen Tag, einen weiteren und auch die folgenden. Die Ebenen wurden trocken und braun, die Flüsse und auch der See am Rudelplatz schrumpften spürbar. Die brütende Hitze des Tages treibt die Bewohner des Tals in die schattigen Wälder zurück und nur nachts kehrt das Leben ins Tal zurück. Die Sorgen der Stillen Jäger häufen sich: der Verlust ihres Alphas und seines Sohnes bedrückt die Gemüter, ebenso wie die sich mehrenden, seltsamen Ereignisse und das Ausbleiben größerer Jagderfolge.
Um der düsteren Stimmung am Rudelplatz zu entgehen, entschlossen sich Ilyn, Iyani, Alýren und Aillis an diesem Abend, einen Streifzug am Wasserlauf entlang zu unternehmen. Ihnen schloss sich auch Ryoran an und inzwischen haben sie die ersten Ausläufer des Berges erreicht, wo die Stromschnellen die Luft angenehm kühlen.
Zur gleichen Zeit öffnet sich ein weiterer Dhaera über dem Meer im Süden und entlässt eine ganze Gruppe fremder Wölfe in die aufgewühlten Fluten. Die Strömung des Flussdeltas packt die Mitglieder der Gemeinschaft und treibt sie auseinander. Einige finden sich und kämpfen nun gegen die Kraft des Wassers, um das rettende Ufer zu erreichen.
Informationen

Rüden Fähen Gesamt
11 10 21

Gründung: 06.12.2005
Neueröffnung: 27.05.2014
Hier werden nach sechs Tagen die User aufgelistet, die mit dem Posten an der Reihe sind. Auch dürfen sie gerne von ihren Gruppen übersprungen werden!


Ilyn seit: 21 Tagen    (abgemeldet)
Cerui Imey seit: 17 Tagen
Anéya seit: 9 Tagen


Hilfe ich habe mich verlaufen, wo gehts denn hier zur RPG Besprechung? Kein Problem! Da gehts lang.

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Autor
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Aillis Ayoril

blossom by blossom
the spring begins



Alter

4 Monate
Rang

Welpe
Größe

Zwerg
Charakterbogen

Pusteblume


In Syrandir seit: 15.05.2014
Bereits 68 Spuren wurden gefunden.

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Am liebsten hätte sie ihrem Bruder kräftig ins Hinterteil gezwickt, damit er endlich mal ein bisschen Gas gab. Während es hinter ihr verdächtig bröckelte, war er scheinbar in eine Art Schockstarre verfallen und ließ sich alle Zeit der Welt. Mit aller Macht wurde ihr bewusst, wie wenig Einfluss sie im Grunde auf die Situation und damit ihr eigenes Überleben hatte. Die wenigen Herzschläge, die ihr Brüderchen brauchte, um sich wieder zu sammeln, hätten durchaus den Unterschied zwischen Leben und Tod bedeuten können. Und sie steckte hier fest, knapp über dem Abgrund, als nutzloser Zuschauer in der zweiten Reihe. So wie es immer schon gewesen war. Abermals ein nur halb unterdrückter Schluchzer, ehe Raziel sich plötzlich wieder in Bewegung setzte. Sie hatte keine Ahnung, was letztendlich den Ausschlag gegeben hatte, aber es spielte auch keine Rolle. Eilig krabbelte sie hinter ihm her, quietschte erschrocken, als sich mit lautem Gepolter nochmals ein paar Steine lösten, und stolperte dann irgendwie auf die rettende Seite. Dort tat sie es ihrem Bruder gleich, ließ sie sich reichlich unelegant auf den Bauch platschen und blieb schnaufend an Ort und Stelle liegen, der kleine Körper lediglich von lautstarkem Schluckauf geschüttelt, den sie vor lauter Aufregung bekommen hatte. Am liebsten wäre sie mit dem Untergrund verwachsen, so herrlich fest und stabil fühlte der sich an.

[auf der anderen Seite bei Raziel, Ilyn & Alyren]

28.01.2018 16:31 OFFLINE | MAIL | SEARCH |
Alýren Nuril

bin mein eigener Herzenstrost
...WAS WÄRE WENN?
WENN DU MICH HÄTTEST L I E B E N GELEHRT?
WÄREN W I R DANN NOCH EINMAL HIER?

Denn (n)irgendwo bin ich ich.



Alter

3 Jahreswechsel
Rang

Unerwünschter
Größe

91cm


In Syrandir seit: 03.09.2015
Bereits 90 Spuren wurden gefunden.

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Er bebte.Und das, obwohl er nur eine lächerliche Nebenrolle in dem ganzen Drama spielte! Vielleicht war dies der Grund, warum Alýren sich nicht beruhigen konnte und die Anspannung noch nicht einmal für den aufgeregten Raziel fallen ließ.
Doch noch bevor der Dunkle weitere schmerzhafte Herzschläge ertragen musste, entschloss sich der Schattenwolf weiter zu gehen und... Es tatsächlich bis zu der anderen Seite, bis zu ihm und Ilyn, zu schaffen! Für den Bruchteil einer Sekunde erstarrte Alýren, die Farbenspiele weit aufgerissen, bis der Zwergenwolf noch einige Schritte robbte und schluss endlich zu Boden sank. Erst dann realisierte der Nuril das Unglaubliche: Die Rute vor freudigem Unglauben erhoben, kam er nicht umhin die Schnauze in Raziels Pelz zu drücken, ihn in stummer Freude zu begrüßen – und gleichwohl den modrigen Geruch wahrzunehmen, den der Miniaturschattenwolf an sich trug. Einen Momenten blitzten Bilder vor den grünen Farbenspielen auf, wie der Kleine hier überlebt haben musste, alleine und in Dunkelheit – doch noch bevor er die Träume weiterspinnen konnte, entsann er sich auf die letzte große Bedrohung, die ihnen noch im Rücken saß: Aillis letzte Schritte.
Es waren nur Sekunden – wenn überhaupt – die er Raziel zur Begrüßung schenken durfte, bis Alýrens Aufmerksamkeit sich wieder auf Aillis richtete. Gezielt trat er wieder einen Schritt vor in Richtung Abgrund, auch wenn er die lange versäumte Nähe zu Raziel nicht ganz ablegen konnte. Abermals das Gefühl dem Jungwolf zu zeigen, dass er sie Fangen könnte, um die Angst zu nehmen... Doch Aillis war tapfer, das hatte sie bereits zu Anfang ihres viel zu großen Abenteuers bewiesen. Viel zu schnell robbte sie vorwärts und kam ebenso erschöpft auf der sicheren Seite an wie zuvor ihr Bruder. Jeder Stein, der vom Vorsprung viel, hallte dabei bedrohlich von den Wänden wieder.
Doch so düster und unwohl die ganze Umgebung auch sein mochte, umso wärmer war das Gefühl, dass Alýren nun durchfuhr: Genau so wie vorher Raziel, begrüßte er auch Aillis freudig, vergrub die Schnauze in ihrem Welpenpelz. Der einzige Unterschied war nur, dass er jetzt nicht mehr stumm sein musste. Er durfte haltlos die Rute pendeln, musste nicht weiter still stehen. Jetzt wo die Anspannung abfiel, durfte er vor Erleichterung jaulen.
Doch noch während seine Stimme von den Wänden hallte, vermischten sich noch weitere Steinfälle und -stürze mit in den warmen Klang: Der zuvor bereits viel zu belastete Felsvorsprung schien unter der Belastung der beiden Welpen so brüchig, dass bei Alýrens Jaulen weitere Teile von ihm abfielen und mit Krachen in den Abgrund sanken.

Natürlich zuckte der Dunkle zusammen, erschrak sich und verstummte wieder, wartete auf noch mehr Folgen. Als keine mehr kamen und nur die letzten kleinen Steinchen weiter bröselten, fing er sich selbst wieder. Abwechselnd begann er den Zwergenwölfen über den Fang zu lecken, bewundernd und zugleich auch fordernd.

„So tapfer wie ihr bis jetzt auch wart, müssen wir weiter...“, versuchte er schonend einzuleiten, den Nasenrücken mitfühlend verzogen. Er konnte sich nicht im Ansatz vorstellen, welchem Eden beiden Wölfe auch nahe sein mussten, nach dieser Anstrengung. Dennoch befanden sie sich immer noch in einem... Dhaera? „Wir müssen hier weg. So schnell wie möglich.“

Hilfesuchend sah er zu Ilyn, hoffte auf ihren Zuspruch, dass sie sich noch weiter überlasten und viel mehr leisten mussten, als es für so junge Herzen gesund war.


(Aillis, Ilyn, Raziel)

____________________________________________


BIN MEIN EIGENER HERZENSTROST
Beuge mich, verkannte mich,
biege mich nach deinem Willen.

Lass mich der sein,
der ich niemals habe sein wollen.

Versenke mich, strecke mich,
verbrenne mich nach deinem Willen.

Lass mich der sein,
den niemand jemals mehr erkennt.

Denn (n)irgendwo bin ich.
GEBRANNT UNTER DEINEN TATEN, ERTRUNKEN ZWISCHEN DEINEN WORTEN.



29.01.2018 10:42 OFFLINE | Email an Alýren Nuril senden SEARCH |
Ivari Celeste

Carried away by a
moonlight shadow



Alter

5 Monate.
Rang

Fremde.
Größe

63 Zentimeter.
Weitere

Talesín


In Syrandir seit: 23.05.2015
Bereits 21 Spuren wurden gefunden.

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Sie konnte spüren, dass ihr Askeys eben eingetretene Erleichterung verflog, sobald sie ihre Worte ausgesprochen hatte. Offenbar hatte sie einen wunden Punkt getroffen und sofort tat ihr leid, dass sie ihn offenbar in eine unschöne Lage gebracht hatte. Die beißenden Worte der beiden Brüder ließen sie aufhorchen, während der große Rüde den Fang kurz in ihrem Fell vergrub. Eine Geste, die sie sehr genoss, auch wenn sie sich bemühte, nicht allzu sehr danach auszusehen.
Sie war mit der Dramatik der beiden Rüden bereits vertraut – und doch spürte sie, dass durchaus etwas Wahres in ihres Worten lag, weshalb ihr nun besorgter Blick zurück zu ihrem Ziehvater glitt, der das Haupt wieder erhoben hatte. Sie nickte auf seine Antwort hin und sah dann kurz zwischen den Welpen und ihm hin und her.
„Ich könnte hierbleiben und aufpassen“, bot sie ruhig, aber deshalb nicht weniger ernst an. Sie wusste, dass sie noch kein halbes Jahr alt war, doch sie war älter als die Königskinder und wenn es sein musste, würde sie sie mit ihrem Leben schützen.
Ehe sie ihr Angebot allerdings weiter ausführen konnte, trat Sonshitsu auf den Rudelplatz und Ivari verstummte jäh, wie immer, wenn die Königin in ihrer Nähe war. Sie mochte sie damals aufgenommen haben, doch Ivari sah sich längst nicht auf einem Rang mit ihren Welpen, die sie eben noch so tapfer hatte beschützen wollen. Unter dem Blick der Alphafähe schrumpfte sie förmlich zusammen und drückte sich noch näher an Askey, den sie so fest im Blick hatte, dass die junge Fähe nur schwer unterdrücken konnte, dass sich ihr Fell sträubte. Ihre Rute pendelte beschwichtigend, während sich ihre Ohren an den vorgebeugten Kopf schmiegten.
Sie wollte helfen. Sie wollte etwas tun, um Ilyn wieder neben sich in Sicherheit zu wissen und auch Aillis musste gerettet werden! Nicht auszudenken, was passieren würde, wenn die Königin noch ein geliebtes Kind verlieren würde. Am schwersten wog allerdings die Last der Anschuldigungen gegen ihren Askey auf den Schultern der jungen Fähe. Sie kannte ihn inzwischen gut genug, um zu wissen, dass es ihm nicht egal war, was mit Aillis und Ilyn geschehen war. Sie hoffte nur, dass auch Sonshitsu das wusste…


[neben Askey, verstummt vor Sonshitsu]

Dieser Beitrag wurde schon 1 mal editiert, zum letzten mal von Ivari Celeste am 02.02.2018 23:58.

02.02.2018 23:55 OFFLINE | MAIL | SEARCH |
Anéya





In Syrandir seit: 26.11.2017
Bereits 1 Spuren wurden gefunden.

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Sie hatte ewig gebraucht um zu sterben. Immer wieder hatte sie geglaubt, es müsste vorbei sein – wenn die Wellen ruhiger wurden, wenn Lichter vor ihren Augen tanzten, wenn alle Geräusche verschwanden. Das war es, was sie mit Sterben, mit dem Weg zu den Göttern verband – Frieden, ein Ende der Schmerzen, Stille.

Aber nichts davon blieb. Immer wenn sie glaubte, es geschafft zu haben, stürzte eine neue Welle auf sie nieder, riss das strudelnde Wasser ihre brennenden Augen wieder auf und der Wind, ja der Wind. Toste und heulte lauter und furchtbarer als je zuvor. Anéya hatte lange versucht, zu leben. War geschwommen, hatte den Kopf über Wasser gehalten und hatte dem Wind ein paar Atemzüge abgejagt, schnell und flach und hektisch. Das Salz war das Feuer in ihrem Brustkorb, es brannte, brannte, brannte. Irgendwann, als sie gemerkt hatte, dass es nicht endete – weder gut noch schlecht, weder an Land noch unter Wasser, hatte sie aufgegeben und sich den Wellen überlassen. Dann würde es schneller gehen, hatte sie gedacht. Ohne mit den Pfoten nach der Strömung zu treten, versank sie immer wieder. Doch ihr Aufgeben bedeutete nicht, dass dieser fremde, wilde, grausame Ozean ebenfalls bereit war, sie aufzugeben. Es war als würde ihm gefallen, dass sie lebte. Und obwohl sie immer wieder die Besinnung verlor und die Kälte des Wassers ihre Gliedmaßen starr werden ließ, lebte sie.

Vielleicht war es letzten Endes doch Aîre, die ein Einsehen hatte und dem Wind von weitem zurief, dass er ihre Enkelin nicht bekommen würde. Vielleicht hatte das Meer genug mit ihr gespielt oder sie hatte einfach nur Glück. Die Strömung, der Wind und die Wellen trieben sie Meter für Meter Richtung Strand, ohne dass sie es wahrnahm. Sie wartete, weit weg von dem was um sie herum geschah.

Und irgendwann hatte sie es geschafft. Da hörten die Wellen auf damit, sie hin und her zu schleudern, da schwappte kein Wasser mehr in ihre Ohren und die Kälte in ihren Gliedern wich. Und dann kam die Wärme, auf die sie gewartet hatte. Nur das Atmen, das verdammte Atmen tat immer noch weh. Offenbar wurde sie von der Last nicht befreit, selbst im Tod nicht. Irgendwer hatte ihr erzählt, dass tote Wölfe nicht atmeten. Und sie war tot, sie war endlich angekommen, es war warm und ruhig und nur das Atmen störte. Also hörte sie auf. Und es war einfacher als gedacht. Dass sie nicht tot war und in diesem Moment ihr großer Bruder zu ihr stürzte, verstand sie nicht, zu weit weg waren ihre Gedanken, zu gefangen in einem Nebel aus nasser Kälte. Die Wärme, die ihren Körper flutete, war nicht real und gefährlicher als jeder eingeatmete Schluck Wasser zuvor. Gefährlich nah an dem Ende, auf das sie so gewartet hatte.

Doch kurz darauf – vielleicht ausgelöst von der Bewegung an ihrer Seite – war ihrem Körper auf einmal doch wieder egal, dass das Atmen weh tat und eingestellt gehörte. Ihr Brustkorb weitete sich ruckartig und sie schnappte nach Luft. Und der Schmerz, der darauf folgte, lüftete den Nebel in ihrem Kopf, zumindest ein wenig. Sie bewegte sich mühsam, verzog das Gesicht mit noch immer geschlossenen Augen und hielt die Luft wieder an. Doch es funktionierte nicht mehr, ihre Lungen arbeiteten gegen sie und zwangen sie erneut zu einem schmerzhaften Atemzug. Inzwischen war die Wärme nicht mehr angenehm, ihr war heiß, furchtbar heiß. Mit einem Ächzen öffnete sie schließlich die Augen.


[Rhyak und Chmun]

Dieser Beitrag wurde schon 3 mal editiert, zum letzten mal von Anéya am 05.02.2018 22:17.

05.02.2018 22:02 OFFLINE | MAIL | SEARCH |
Chmun



Alter

drei jahre-
Rang

streuner-
Größe

neunzig zentimeter-
Weitere

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In Syrandir seit: 14.07.2016
Bereits 14 Spuren wurden gefunden.

QUOTE | EDIT | REPORT       IP | UP

Er war wirklich schön blöd, dass er so lange gebraucht hatte, um zu schnallen, was das Weiße gewesen war, das er da sah. Jetzt lag Chmun prustend und schnaubend im Sand, und es ging ihm gar nicht so gut dabei. Seine Pfote – die, die Rhyak verarztet hatte – schmerzte immer noch ein bisschen, pochte, irgendwo in seinem Hinterkopf. Dieses Gefühl überlappend war allerdings Chmuns Gewissen, dass sie Anéya gefunden hatten. Und egal, wie diese Geschichte nun ausgehen würde – danach konnten sie sich darauf konzentrieren, nach Hause zu kommen. Nach Hause. Chmun verspürte einen jähen Stich von Sehnsucht; doch das Gesicht, das vor seinem Inneren Auge aufflackerte, war nicht Kiyáns oder Essayis. Es war Àmurs, und Àmur war nicht da, wo die anderen Schicksalsträumer zuhause waren.

Mit hektischem Schlucken und einem Aufrappeln des massigen, schmerzenden, ächzenden, erschöpften Körpers, verdrängte Chmun, woran er gerade gedacht hatte, und schleppte sich vor in die Richtung, in die Rhyak eben gerade gejagt war. Er wagte es nicht, so nahe an Néya heran zu treten, wie es ihr Bruder tat: er kannte die Kleine eigentlich kaum. Welpen waren nie etwas für ihn gewesen; er hatte ja schon Mond um Mond gebraucht, um überhaupt einmal ein vernünftiges Wort mit Cherubim zu wechseln – dabei war er doch eigentlich ihr Schutzbefohlener. Néyas Schutz hatte die Gruppe um den großen Goldäugigen dieses Mal auch sicherstellen sollen. Was daraus geworden war, sah er nun vor sich zwischen Steinen und Gischt liegen. Er senkte verzagt seinen runden Kopf und ließ die nassen Ohren hängen.

Es gab Anéyas Götter, das wusste er, denn schließlich gab es auch die Gegenspielerin dieser. Und ihren Propheten, der sie hierhin geführt hatten. Das Salz in Chmuns Kehle kratzte scheußlich, aber er hätte sich auch so nicht getraut, etwas zu sagen. Als er schließlich den stöhnenden aus der kleinen Kehle der Weiße vernahm, war ihm, als würden die Wolken aufbrechen und der Sturm fortziehen. Erleichtert stieß er Luft aus seinen schmerzenden Lungen und lächelte hinab auf das Gesicht ihrer Prinzessin.
Sie lebte, und Chmun wusste, dass Rhyak und er dafür sorgen würden, dass es so blieb.
Seine Gedanken wanderten zu Cherubim, Talesín und der Fremden. Vielleicht fanden sie Morin oder Aîren. Und hoffentlich gingen sie nicht verloren. Durch den heftigen Regen blinzelte Chmun den Strand entlang, und seine Gedanken wanderten zu Chizu. Bald wären sie alle wieder vereint.

Bald schon, bald schon.



{Strand Richtung Westen | bei Rhyak und Anéya}

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08.02.2018 14:39 OFFLINE | MAIL | SEARCH |
Rhyak



Alter

1 Jahr & 5 Monate
Rang

Rebell
Größe

80 cm
Charakterbogen

SOHN DES GEWITTERS


In Syrandir seit: 19.07.2016
Bereits 14 Spuren wurden gefunden.

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Rhyak konnte sich nicht daran erinnern wann er das letzte Mal Tränen geweint hatte. Er war immer zu stolz und zu stur gewesen um gegenüber einem anderen Schwäche zu zeigen und es sich einzugestehen, dass ihm nach Weinen zumute war. Immerzu hatte er den Starken und Unnahbaren gespielt. Cherubim hatte ihn trotzdem bestimmt irgnendwann einmal eine Träne vergießen sehen. Bestimmt.
Rhyak hatte gedacht er würde sich klein und schwach fühlen hier am Ende der Welt. Hier neben seiner lebenden toten Schwester. Noch wollte er es nicht wahrhaben, noch den Moment nicht verstreichen lassen. Die Angst schnürte ihm die Kehle zu und trotzdem schwach fühlte er sich nicht. Seine Muskeln bebten von der Last des Tages, doch würden noch nicht nachgeben. Wie ein Baum hing er über dem mageren Leib der jungen Wölfin. Schützend. Ein starker Baum der den Naturgewalten strotzte, ja sie sogar dankend willkommen hieß.
Seinen Kopf auf ihrem Kopf, seinen Leib auf ihren Leib gebettet und von den zitternden Läufen doch hoch gehalten, sodass er sie nicht unter sich zerdrückte, lag er auf ihr. Wärmte sie. Spürte jede Bewegung die von ihr ausging. Doch da war keine. Viel zu lange war da nichts. Er fühlte keinen Herzschlag unter ihrer Brust, fühlte keinen Atem aus ihrem Fang. Er hielt ganz still, lauschte, fühlte, suchte und die Angst an der Erkenntnis zu zerbrechen war das deutlichste von allen Dingen die er in seinem Leib spüren konnte.

Und dann ging mit einem Mal ein heftiger Ruck durch ihren Körper. Rhyak fühlte wie sich Anéyas Brustkorb gegen seinen drängte und wie sie nach Luft schnappend ihren Fang weit aufriss. Sofort sprang der Rebell auf seine vier Läufe, den Blick gefangen von dem Szenario, den Kopf zu ihrem hinab gesenkt. Er sah wie sie die Luft einsog, gleich darauf die Luft anhielt und wieder die Luft einsog. Einen kurzen Moment flackerte ein altes Bild in Rhyaks Kopf auf ein Bild in dem Cayleen die Luft anhielt um zu untermalen, dass ihre Meinung die einzig wahre war - ein Bild, dass alle Freude ausdrückte die gerade durch den Leib des Rebellen fuhr.
Der Moment als Anéya die Augen öffnete und durch ihn hindurch sah, bevor sie ihn endlich erblickte, war allerdings schon wieder jener in der Rhyak diszipliniert in seinem Kopf abspielte was nun alles als nächsten geschehen müsse um sicherzustellen, dass seine Schwester das alles überstand. Ein kurzer Moment, der kaum gegen die Freude in ihm ankommen konnte.

Alle Worte die ihm aus dem Fang kamen wurden vom Regen verschluckt als sich Rhyak stützend an seine Schwester drängte. Aber es war auch besser so, denn alles was ihm jetzt an Worten in den Sinn kam konnte nicht ausdrücken was er empfand. Er würde sich um sie kümmern, so wie er es seinem Vater versprochen hatte. Er und Chmun würden sie hier weg bringen, zurück zu den anderen.
Rhyak hob den Blick zu den Bäumen des Waldes die er durch den Regenschleier kaum ausmachen konnte. Bald würden sie im Schutz rasten können, sie alle zusammen.




{ bei Anéya und Chmun }

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10.02.2018 21:09 OFFLINE | MAIL | SEARCH |
Talesín Lieer



Alter

4 Jahre
Rang

Wanderer
Größe

90 Zentimeter


In Syrandir seit: 17.07.2016
Bereits 15 Spuren wurden gefunden.

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Seine langen Läufe trugen ihn langsam immer sicherer über den fremden und doch irgendwie vertrauten Untergrund. Glitschiger Stein war nicht unbedingt neu, wenn man bedachte, dass er im inneren eines Berges gehaust hatte, in dem es dampfende Quellen und kristallklare Seen gab.
Doch trotz des sicheren Ganges wirkte der Rüde noch immer mitgenommen. Nach ihrem abenteuerlichen Sturz ins Meer und dem darauffolgenden plötzlichen Kampf ums Überleben war das wohl aber auch kein Wunder.
Der Prophet war inzwischen dazu übergegangen in einigem Abstand zu Cherubim zu laufen und das Gestein zum Meer hin im Auge zu behalten. Dabei blieb er näher bei Xelha, deren Gesellschaft er irgendwie als angenehmer empfand. Das war aber auch nicht schwer, wenn man bedachte, mit welchen Blicken Cherubim ihn bereits seit ihrer Ankunft hier durchbohrt hatte – und dabei hatte sie nur noch ein Auge, mit dem sie ihn anfunkeln konnte.

„Besonders kann man es natürlich auch nennen“, bemerkte der Rüde trocken, wodurch nicht so wirklich deutlich wurde, ob er ein Kompliment oder Bitterkeit aus seiner Stimme herauszuhören war.

Den Kommentar über sich selbst ließ Talesín mit ungewöhnlich ernster Zustimmung über sich ergehen und er brummte undeutlich etwas über die falschen Götter und die falsche Abzweigung, bevor er wieder einmal das Wasser aus seinem Pelz schüttelte und schwer seufzte. Cherubim hatte bisher noch nicht das Wort ergriffen und da er ohnehin näher bei der Fremderen lief, übernahm er es, sie über ihre Ankunft zu unterrichten.

„Wir kommen genau genommen irgendwo von da oben“, schnalzte er mit der Zunge und deutete auf den düsteren Himmel über dem tosenden Wasser. Dann schüttelte er den Kopf, dass ihm die Ohren schlackerten, in denen irgendwie immer noch Wasser war – ob vom Regen oder dem riesigen Salzwasser, konnte er nicht mehr sagen.
„Aber eigentlich sind wir aus dem Tal des Nebels geflohen – vor einer ziemlich zornigen Göttin...“ Kurz brannte ihm nicht nur das Salz, sondern auch die Frage auf der Zunge, wo ihre Götter waren, doch er schluckte beides mit einem heiseren Kratzen hinunter und fuhr fort. „Erîa ist in einem Berg in besagtem Tal und schart dort ihre Anhänger in unzähligen Tunneln, Höhlen und Gängen in diesem Berg um sich, deren Wände meistens leise flüstern und ihre Geschichten erzählen. Ihre Anhänger verlassen den Berg nie. Sie sehen nie die Sonne. Und aus dem Berg kam ich zu dieser Gruppe. Also ich komme nicht wirklich aus diesem Berg. Ich war nur dort, weil Ceresaya mich dorthin geschickt hatte. Ich habe lange nicht verstanden, was ich als Prophet Ceresayas in Erîas Berg bezwecken sollte, doch dann kam dieses Rudel und mit ihnen auch Ceresaya zu mir. Er gab mir den Auftrag Anéya vor Erîa zu retten und sie aus dem Tal des Nebels zu bringen. Nunja. Das hat an sich ja auch geklappt...“ Er wurde immer leiser und warf hob den Blick über die tosenden Wellen. „Wenn wir sie nur nicht im Wasser verloren hätten. Aber da war plötzlich so viel Wasser. Ich verstehe das nicht.“ Die letzten Worte hatte er mehr zu sich selbst gesagt und auch seine Schritte waren langsamer geworden. Dann räusperte er sich und schloss wieder auf. „Woher ihr Rudel kam weiß ich nicht. Wir hatten selbst noch nicht so viel Zeit uns auszutauschen. Wir sind noch keinen ganzen Tag zusammen unterwegs“
Und trotzdem ließ er sich vollkotzen, verspotten und herumscheuchen, wie ein Jährling. Dabei wollte er doch nur helfen. Erneut wand sich sein verletzter Stolz ein wenig und er hob das Kinn ein wenig an. Wenn er nicht so ein verdammt großes Herz hätte, wäre er längst weitergezogen! Immerhin hatte er seinen Auftrag ja mehr oder weniger erfüllt...




{ Cherubim, Xelha # sucht Anéya an der Küste }

12.02.2018 21:43 OFFLINE | MAIL | SEARCH |
Cherubim



Alter

1 Jahr
Rang

Fremde
Größe

72 cm
Weitere

Cerui Imey, Chizu


In Syrandir seit: 18.07.2016
Bereits 10 Spuren wurden gefunden.

QUOTE | EDIT | REPORT       IP | UP

Trotz der Strapazen, die sie, so wie ihre ganze Truppe, durchgemacht hatte, spürte si edie Müdigkeit kaum. Ihr Körper und Geist funktionierten, weil das von ihnen verlangt wurde. Sie wusste nicht, woher sie die Energie nahm, doch das Feuer brannte in ihr mit dem einen Ziel : die Vermissten finden. Denn nichts war schlimmer, als Familie und Freunde zu verlieren. Nichts, vielleicht,
außer sie dem ungewissen Schicksal zu überlassen, das sie ereilt hat.
Diese Entscheidung würde sie hoffentlich nicht treffen müssen. Sie wusste, dass auch damals, während all den Schicksalschlägen,
die ihr Rudel ereilt hatten, die Rudelführung solche Entscheidungen nicht leichtfertig getroffen hatte. Nun gut, zumindest wusste sie es heute. Flüchtig schwammen die Wölfe in ihrer Erinnerung vorbei.
Kiyán, Riaz, ja, auch Isaky. Ihr Kopf peitschte herum, während sie vorsichtig aber mit konstanten Tempo weiter die Küste abkämmte. Das selbsternannte Gotteskind, nirgendwo zu sehen. Kein kleiner weißer Körper. Und auch von den beiden Rüden, Morin und Airen,
keine Spur. Der Wind peitschte ihr die Worte Talesíns um die Ohren. Sie würden sie finden, oder was von ihr übrig war, wenn das große salzige Wasser, dieses Ungetüm namens Meer, es denn so wollte. Sie presste den Kiefer zusammen und betete, das erste Mal seit langem, zu Gott. Zu dem einen, dem einzigen, ihren Gott - den sie fast nicht mehr getraut hatte, anzusprechen, wo sie doch so eine Enttäuschung sein musste. Wo sie egoistisch ihr Rudel gewählt hatte, anstatt ihr Erbe anzutreten.

Das Xelha diesen Moment mit Kennenlern-Fragen unterbrach,ärgerte Cherubim im ersten Moment, doch ließ sie es sich nicht anmerken. Die Bemerkung Talesíns in ihrem Rücken, ignorierte sie einfach,ließ sich aber trotzdem etwas zurückfallen, um die beiden besser hören zu können. Der Blick, den sie Xelha zuwarf, währte trotzdem nicht lange. Sollte das ein Kompliment sein? Oder einfach die Frage, mit der Xelha sie aus der Reserve locken wollte? Sie sah schon ein, dass es besonders erscheinen mochte, wenn zwei Jährlinge eine Gruppe anführten, in der auch durchaus ausgewachsene Wölfe waren. Aber nur von außen betrachtet. Sie waren aufgebrochen um Anéya und das Rudel zu schützen. Rhyak trug eindeutig die Verantwortung für seine Schwester. Cherubim war selber Schuld daran, gehen zu müssen. Ihr fehlendes Auge war Zeuge genug dafür. Talesín kannten und vertrauten sie nicht lange genug, um ihr Schicksal in seine Pfoten zu legen. Chizu war ein Krüppel und Chmun war...Chmun.

"Nicht besonders. Ich mache nur, was unsere Situation von mir verlangt."

Ihr Worte fielen ziemlich leidenschaftslos und sachlich aus.
Dann spitzte sie jedoch die Ohren, denn sie war schon neugierig, wie Talesín as Geschehene darstellen würde. Bei den Worten "zornige Göttin" schnaubte Cherubim kurz abfällig, ein eindeutiges Zeichen dafür, was sie davon hielt. Und dann quatschte Talesín weiterhin ketzerisch fort. Sie hatte das komische Gerede von ihm und den Bergfähen lange genug toleriert. Fakt war nämlich gewesen, das sehr viel in jenem Tal nicht mit richtigen Dingen zugelaufen ist. Nicht so, wie die Natur es eigentlich will. Das beduetete jedoch lange nicht, dass Eria eine Göttin war, oder überhaupt ein Wesen. Sie wandte den Blick von der zerklüfteten Küstenlandschaft ab um Xelha einen eindeutig nicht amüsierten Blick zuzuwerfen - ob sie ihn nun sah oder nicht, war ihre Sache.

"Von den Pilzen, die ihr da im Berg gegessen habt, hätte ich auch gern mal welche."

Wie gesagt - lange genug toleriert. Wer wusste schon, vielleicht waren die Gänge auch von komischen Dämpfen voll.

" Wenn Wölfe ihr ganzes Leben lang in einem Berg leben, ist es nicht sonderlich überraschend, dass sie die Felswände sprechen hören. "

Sie seuftzte und maß Talesín mit einem Blick der weniger skeptisch, mehr einfach nur befremdet und entnervt war. Sie waren wirklich verzweifelt genug gewesen, ihre Zukunft diesem Spinner in die Pfoten zu legen. Der sie urplötzlich -ups! - in einen großen Bottich tosenden Wassers gestürzt hatte. Da war plötzlich so viel Wasser! Ich verstehe das nicht! Er klang hilflos wie ein verdammter Welpe. Das kam davon, wenn man ständig Höhlenluft schnupperte und dachte, die Götter sprächen mit einem. Nein, dachte Cherubim. Gott spricht eine gannz andere Sprache. Ihr Blick flog hinaus auf das Meer. Sie dachte an Blut, an letzte Atemzüge, an gleißendes Sonnenlicht, an Welpen, die das erste Mal die verklebten Augen öffneten, an die Macht des Erbes, an das Versprechen des Paradieses, welches in jedem lebenden und leblosen Ding auf dieser Welt mitschwang. Talesín hatte doch keine Ahnung, der Idiot.

"Auf jeden Fall" , erhob sie die Stimme nun ernster und schneidender, sobald das letzte Wort des Grauen verklungen war.
"Auf jeden Fall, lief da eine Menge verrückte Scheiße ab in diesem Tal. Wölfe verschwanden und wir folgten den Spuren - Spuren die direkt zu diesen Wölfen im Berg führten." Sie musste sich zurückhalten, nicht 'Irre' zu sagen. "Und uns wurde gesagt, Anéya müsste aus dem Tal verschwinden - ihre Mutter und ältere Schwester gehörten zu den Verschollenen. Mich hielt der Berg anscheinend für einen Unglücksbringer, der auch schnellstens weg sollte. Und eigentlich würde mich das keinen Dreck interessieren, aber einen Welpen kann man nun mal schlecht mit einem so vertrauenwürdigen Fremden wegschicken und so haben ich, und einige andere aus dem Rudel , uns als Begleitung angeboten."

Sie schnaubte frustriert, denn jetzt wo sie es erzählte, hörte es sich immer schwachsinniger an.

"Wir können nur hoffen, dass es unserem Rudel nun besser geht, wo wir beiden das Tal verlassen haben, wissen können wir nichts. Unsere Rudelleitung - wie man wohl eindeutig heraushören kann - war am Ende mit ihren Ideen. Ehrlich gesagt hoffe ich am meisten darauf, dass sie weiterziehen, auch wenn wir erst diesen Winter dort angekommen waren. Unser Revier davor war niedergebrannt."

Ihr Blick war immer düsterer gewoden und sie presste ihr Maul in eine schlecht gelaunte Linie und gab Talesín einen stechenden Seitenblick.

"Tja, und unser Prophet, der uns in 'Sicherheit' führen sollte, hatte wohl wirklich keinen Plan, hm?"

Dieser Beitrag wurde schon 1 mal editiert, zum letzten mal von Cherubim am 18.02.2018 22:57.

18.02.2018 22:57 OFFLINE | MAIL | SEARCH |
Xelha

HEART OF BLAZING EMBER
How could I know that you would burn?



Alter

12 Jahre (körperlich 4 Jahre)
Größe

85 cm
Charakterbogen

FUNKENFLUG


In Syrandir seit: 12.05.2014
Bereits 56 Spuren wurden gefunden.

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Xelha blickte zwischen den zwei Wölfen hin und her, die zwar zusammen nach Syrandir geworfen worden waren, aber irgendwie nicht so wirklich wie zwei Teile eines Ganzen wirkten. Eines Rudels, in dem sie einander Gemeinschaft waren. Es steckte eindeutig viel Geschichte hinter dem, was diesem verstreuten Haufen Wölfe passiert sein mochte. Und Xelha wollte sich ausnahmsweise darauf beschränken, dieser erst einmal zu zuhören – sofern ihr etwas davon erzählt wurde – und sparte sich deshalb einen weiteren Kommentar über das Thema „Besonders“. Denn offensichtlich schien Zwinkerauge – war das ein besserer Spitzname? Weil ein Auge … permanent …? Hm, nein … – es für völlig normal zu halten, dass eine kritische Situation die Führung eines Jungwolfes verlangte. Klang logisch. Vielleicht war die Welt, aus der sie kamen auch einfach so?
Steinfells Gemurmel riss sie jedenfalls wieder aus ihren Gedanken und ihre Ohren schnippten leicht, als ihr Gehirn behauptete etwas über Götter aus den leisen Worten herausgehört zu haben. Ihre Aufmerksamkeit wandte sich ihm zu und sie folgte kurz seinem Schnauzenzeig. Da oben. So viel war offensichtlich. Und dann … ja. Doch. Es ging um Götter. Wieder einmal. Und sie konnte immer noch nichts gegen diesen Stich, dieses kurze irrationale Gefühl von Frust und Enttäuschung tun, sobald sie jemanden von Göttern reden hörte. Aber sie stellte es nicht zur Schau. Ihr Problem mit Göttern war persönlich. Mit sich selbst. Es hatte nichts mit diesen gestrandeten Wölfen zu tun. Es unterstützte möglicherweise nur ihre Vorurteile. Ein bisschen.
Xelha schraubte ihren Konzentrationspegel rauf, denn ihr wurde schnell klar, dass sie Konzentration brauchte, um dieser Geschichte folgen zu können. Der Name gehörte wohl dieser zornigen Göttin, vor dem die Meereswölfe geflohen waren. Und diese scharrte Anhänger in ihrem Berg um sich. Felsfell kam aus diesem Berg, also musste er – nein, doch nicht. Anderer Name. Prophet von anderem Namen? Also noch ein Gott? Xelha wurde bewusst, dass der Rüde redete, als müssten ihr diese Namen etwas sagen. Als wäre das hier noch die Welt, oder vielmehr das Land, in der seine Götter Bedeutung hatten. Aber sie unterbrach ihn nicht, sondern nickte einfach. Oh, aber er sagte, dass Göttin Nummer zwei mit einem Rudel zu ihm gekommen war, also war sie womöglich doch keine Göttin, sondern … heh. Vielleicht eine Göttin wie sie einst.
Letztendlich nickte Xelha noch einmal, als Felspelz leiser wurde und warf ihm einen mitfühlenden Blick zu. Armer Kerl. Das mit diesen Weltenlöchern war auch wirklich so eine Sache. Sie wollte ihn gerade ein bisschen aufklären, nachdem er noch offenbart hatte, dass sie tatsächlich keine zwei Teile eines Ganzen waren, da schaltete sich die Weiße etwas deutlicher dazwischen. Bisher hatte sie nur ein paar passiv aggressive Kommentare ein gepflegt, die Xelha im Hinterkopf abgespeichert hatte. Jetzt wandten sich ihre dunklen Augen ihrem einen Auge zu. Verrückte Scheiße und noch ein Name. Aber hey! Den erkannte sie. Das war der Name der Jungwölfin, die sie suchten. Dennoch kam die rote Wölfin nicht umhin, langsam ein wenig die Stirn zu runzeln. Die meisten hätten den beiden Wölfen wahrscheinlich mittlerweile entgeisterte Blicke zugeworfen und sie für verrückt erklärt. Denn die Geschichte klang schon ziemlich verrückt. Letztendlich fuhr sich Xelha mit der Zunge über die Lefzen und ließ sich noch einmal alles durch den Kopf gehen.
Sie sollte sich vielleicht weiter in rücksichtsvolle Stille hüllen. Andererseits könnten die Zwei Schweigen, oder ein „Okay, großartig, suchen wir weiter!“ ihrerseits nach all dem Gerede auch durchaus anders auffassen. Und wenn sie ehrlich war, fiel es ihr doch zu schwer das Ganze nun einfach so stehen zu lassen.

„Die Spuren der verschwundenen Wölfe haben euch zu Bergwölfen geführt ... und dann? Waren nur ihre Spuren dort, aber nicht sie selbst? Und dann haben diese fragwürdig klingenden Bergwölfe gesagt, die Jungwölfin, die ihr gerade offensichtlich trotzdem verloren habt, muss verschwinden, damit sie nicht verschwindet? Und ... dann habt ihr das einfach gemacht?“

Und … keiner von ihnen hatte so weit gedacht, dass, wenn Wolfsspuren irgendwo hin führten, man generell davon ausgehen konnte, dass diese zu einem sehr physischen Körper gehörten, der sie hinterlassen haben musste? Sprich, wenn die Spuren dieser verschwundenen Wölfe in einen Berg voller fremder Wölfe führten, dann war anzunehmen, dass diese Bergwölfe etwas damit zu tun hatten, dass die verschwundenen Wölfe verschwunden blieben. Es sollte auch schon kannibalische Wölfe gegeben haben … Aber diesen Gedanken äußerte sie nun nicht. Stattdessen schloss sie ihre geäußerten Gedankengänge mit einem „Huh“ ab, das nicht wirklich danach klang, als erwarte sie eine nachvollziehbare Erklärung.

„Naja, immerhin das mit dem Wasser und da oben herkommen, kann ich vielleicht ein bisschen erklären. Es ist jedenfalls verständlich, dass ihr das nicht versteht. Es handelt sich dabei um eine Anomalie aus diesem Land, die euch da wohl in die Quere kam.“


[ An der Küste | Cherubim & Talesín ]

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I
'll live to die another day
  until I fade away ...
Why give up, why give in? It's not enough, it never is. I've become desolate, but I will go on until the end. I've lost my way, Ive lost my way, but I will go on until the end. I felt myself growing older. No longer. I have been running out of time - now life begins anew.

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